1980-85 History

Wie alles begann. Oder wäre es besser: „… Es war einmal … „?
Meine Beziehung zu Pferden begann bereits in meiner Kindheit. Mein Patenonkel beackerte die Felder seinerzeit noch mit Arbeitsfeldern. Die Ferien verbrachte ich als Kind und Heranwachsender meistens in seiner Familie auf dem Lande. Die schweren Kaltbrüder waren zwar keine schicken Pferde, erfüllten ihren Zweck aber und es waren schon mal Pferde überhaupt. Zu dieser Zeit waren Pferde noch ein rechtes Luxusgut und es gab kaum eine Privatperson die sich den Luxus dieser Tiere leisten konnte und wollte.
Als Jugendlicher hatte ich Pferde bisschen außen Augen verloren. Ein Urlaub in Südfrankreich nutzen die Kollegen und ich unter anderem, uns Pferde am Strand auszuleihen und wie wild über den Strand zu fegen.
Kaum zurück in Deutschland machten wir einen Vermietungsstall in der Nähe ausfindig und ging mehr oder weniger regelmäßig in einer Gruppe mehrerer Jungs reiten. Das war natürlich kein reiten sondern eher ein wildes Gehetze durch den Wald.
Eine neue Phase begann als ich über ein Autoverkauf ein Besitzer und Trainer für englische Vollblüter kennenlernte, Bernd Mock. Er bot mir an in seinem Stall zu helfen und auch die Pferde zu handeln und zu reiten. Die Arbeit in seinem Stall, das Training, die anderen jungen Leute, all das macht sehr viel Spaß und zog sich über mehrere Jahre bis zum Ende meines Studiums.
Nach dem Studium des Produktdesigns wollte ich eigentlich in die weite Welt Paris, London, New York etc. meine beruflichen Horizonte international zur weiteren. Ein Geschenk meiner damaligen Lebensgefährtin Gaby, die Vollblutstute Reportage, machte diese hehren Absichten schlagartig zunichte.
Wir zogen in ein Bauernhaus mit angrenzenden Stall und da man bekanntlich auf einem Bein schlecht steht, kauften wir uns ein weiteres Pferd, einen Araber Haflinger, der sich allerdings sehr schnell als sehr schwierig reitbar herausstellte. Reportage im Übrigen auch.
Unsere nächste Idee war, Reportage von einem arabischen Hengst decken zu lassen, um einen Anglo Araber zu bekommen. Wir hörten uns um und schauten uns ein Hengst in der Nähe an,  Hamasa Kadir, den Stammhengst von Andrea Klein. Die beiden hätten gut zueinander gepasst aber irgendwie funktionierte es mit dem Decken nicht so recht, an die Details erinnere ich mich nicht mehr genau.
In Rheinland-Pfalz stand ein weiterer Hengst, ein Vollblutaraber der Familie Schenkel in Jettenbach. Simpel war ein Sohn des Hadban Enzahi aus der Halisa, weil es Marbacher Linien. Auch hier wurde Reportage nicht gedeckt aber wir kaufen uns von Familie Schenkel die Stute ab Appanatschi. Besser gesagt, Gaby kaufte die Stute für sich. Zu dem damaligen Zeitpunkt waren Araber für mich eher Ponys, klein, zwar nett anzusehen aber keine richtigen Pferde. Ich war Vollblüter gewöhnt.
Sehr schnell aber lernte ich durch Appanatschi das arabische Pferd kennen, seinen Charakter, seine liebenswerte Art. Wir verkauften Reportage an ein Gestüt in Hanau und ließen Appanatschi von Hamasa Kadir decken. Bei Frau Schenkel kaufte ich mir von meinem ersten selbst verdienten Geld die arabische Vollblut Stute Sissyn, die später Stammmutter aller unserer Pferde werden sollte. Boris, der Arabo, wurde auch verkauft und Sissyn wurde von Kapello, einem Kilimandscharo Sohn aus der Kapellka, gedeckt. Damit hatte die Zucht arabischer Pferde für uns begonnen und es war auch die Geburtsstunde von Saararab.

Das war 1982.

 

Kapello, AV, 1977, Kilimandscharo x Kapellka v. Aswan

Hamasa Kadir, AV, 1977, Farag x Hamsa Kahila v. Kaisoon

Links im Bild Sissyn, AV, 1977, Simbel x Sistema v. Semen

rechts daneben ein späterer Enkel von ihr San Leon, Seoul x Sidane v. Ibn Ghazal

2 Gedanken zu „1980-85 History

  1. Shöne Geschichte, bin schon gespannt wie es weiter geht. Du wirst uns sicher noch berichten wie viele Fohlen du aus Sissyn und Apanatschi gezogen hast.

Schreibe einen Kommentar zu Jutta Osterhoff Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.